Warum feiern wir Ostern? Warum gibt es Ostereier?

Warum gibt es mehrere Osterfeiertage? Warum der Hase an Ostern?

Wer, wie, was - wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm!
Erinnern Sie sich noch an die Sesamstraße?
Am 8. Januar 1973 ging es los. Damals erklang zum ersten Mal die Hymne "Wer, wie, was" aus den deutschen Fernsehgeräten. Ab dann waren Kinder montags und donnerstags zu Besuch in der Sesamstraße. Egal, wie alt man heute ist oder damals war, das Titellied "Wer, wie, was" lässt uns für einen Moment wieder Kind sein! Heute spielen wir mal Lilo Pulver und übernehmen die Aufklärung rund um das Osterfest.

Warum heißt Ostern „Ostern“?

Für den Begriff “Ostern” gibt es mehrere Erklärungen, eine eindeutige Zuweisung gibt es nicht. Lesen Sie hier einige der möglichen Begriffserklärungen für “Ostern”:

Erklärung 1:
Das Wort “Ostern” kommt vom Namen “Ostara” (Osten), so hieß die germanische Göttin des Frühlings, der Fruchtbarkeit und der Morgenröte. Ihr zu Ehren haben die Germanen im Frühling ein großes Fest veranstaltet. Deswegen heißt das erste große Fest im Frühling “Ostern”.

Erklärung 2: Das Wort “Ostern” kommt in der christlichen Lehre von dem Wort “Osten”. Die Blicke der Frauen, die zuerst am leeren Grabe Jesu standen, richteten sich nach Osten zum Sonnenaufgang, da sie glaubten, dass Jesu von dort auf die Erde zurückkommt. Deswegen sind die Kirchen nach Osten ausgerichtet gebaut worden, in manchen fällt das Licht der aufgehenden Ost-Sonne durch ein besonderes Fenster auf den Altar. Der Name des Osterfestes lässt sich also gut deuten als das “östliche, morgendliche Fest”.
Erklärung 3: Für einen Übersetzungsfehler erklärte die evangelische Kirche in Deutschland das Wort „Ostern“. Die Osterwoche hieß auf lateinisch habdomada in albis, was soviel wie „Weiße Woche“ bedeutet.
Der Plural des Adjektivs alba (weiß) sei irrtümlich als „Morgenröte“ übersetzt worden, welche auf althochdeutsch eostarun hieß.

Erklärung 4: Die jüngste Erklärung für das Wort „Ostern“ liefert Jürgen Udolph, Professor für Namensforschung, welcher bis 2008 an der Universität in Leipzig lehrte. Nach seiner Meinung stammt das Wort „Ostern“ aus der nordgermanischen Wortfamilie ausa (gießen) und austr (begießen). So wurde ein vorchristlicher Wasserritus (Taufe) als vatni ausa (mit Wasser begießen) bezeichnet. Die österliche Taufe hätte dann die Begriffsbildung veranlasst.

Warum gibt es zu Ostern Ostereier?

Das Ei symbolisiert in vielen Kulturen Fruchtbarkeit und neues Leben. Schon bei den Urchristen bedeutete das Ei die Auferstehung Jesu Christi am Ostersonntag, die zerbrochene Eierschale wurde als Grab gedeutet.
Erstmalig tauchte die Bezeichnung Osterei 1615 auf.

Die Farben der Eier spielten früher eine besondere Rolle:
Zunächst wurden die Eier nur rot gefärbt, um an das Leiden von Jesu Christi zu erinnern, der sein Blut für die Erlösung der Menschheit vergossen hat. Mit der Zeit wurden die Eier immer kunstvoller mit immer neuen Techniken verziert. So werden heute die Ostereier in allen möglichen Arten bemalt, beklebt oder geätzt. Bedeutung der Ostereier-Farben:

Bedeutung der Ostereier-Farben:

Rot: Opfertod von Jesu Christi
Weiß: Reinheit
Grün: Jugend und Unschuld
Gelb: Erleuchtung
Orange: Kraft, Ausdauer und Wärme

Warum bringt ein Hase die Ostereier?

Im deutschen Raum wurde der Osterhase erstmals im Jahre 1678 genannt. Tatsächlich ist dieser Brauch bei uns nicht älter als 100 Jahre. Noch im vorigen Jahrhundert war der eierlegende Osterhase in einigen Teilen Deutschlands völlig unbekannt. So kam dieser Aufgabe im westfälischen und hannoverschen Raum lange dem Fuchs zu, in Schleswig-Holstein, Oberbayern und Österreich dem Hahn, in Thüringen dem Storch und in der Schweiz dem Kuckuck. In neuerer Zeit hat sich der Osterhase als Eierbringer überregional durchgesetzt. Warum sich der Osterhase durchgesetzt hat, dafür gibt es verschiedene Begründungen.
1 - Der Hase ist das erste Tier, dass im zeitigen Frühjahr seine Jungen bekommt. So wurde er wahrscheinlich zum Symbol der neuen Winternacht und damit zum Auferstehungssymbol.

2 - Auch die Terminierung des Osterfestes lässt eine Verbindung zum Hasen zu. Das Osterfest wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert und der Hase gilt als Mondtier.

3 - Eine weitere Version besagt, dass die Verbindung vom Ei mit dem Hasen durch das Osterbrot gekommen ist. Dem Brot, in dem ein Ei eingebacken wurde, wurde zusätzlich ein Hasenbild aufgeprägt. Dadurch entstand die Vorstellung vom eierlegenden Hasen.

4 - In Byzanz galt der Hase als Tiersymbol für Christus.

5 - Weiterhin steht der Hase als Zeichen der Fruchtbarkeit. Der griechischen Liebesgöttin Aphrodite und der germanischen Frühlings-und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera wurde ein Hase als heiliges Tier zugeordnet.

6 - Der Hase kommt im Frühjahr zur Futtersuche in die Dörfer und Gärten. Durch sein ungewöhnliches Verhalten, sich in Menschennähe aufzuhalten, wird ihm gleichzeitig das Ablegen der Ostereier angedichtet. Eine Henne kann schließlich keine bunten Eier legen - das wissen längst alle Kinder.

Warum feiern wir Ostern?

Wir feiern Ostern, da Ostern im Christentum das Fest der Auferstehung von Jesu Christi ist. Die Auferstehung geschah nach dem Neuen Testament am “dritten Tag” nach Jesu Christis Kreuzigung.
Daraus entstand die kirchliche Karwoche mit Karfreitag als Todestag, Karsamstag als Tag der Grabesruhe, auf die der Ostersonntag als Tag der Auferstehung von Jesu Christi folgt. Kreuzigung und Auferstehung sind Fundamente christlichen Glaubens. Damit wird der Tod nicht als Ende, sondern als Neubeginn eines neuen Lebens gesehen.


Warum gibt es mehrere Osterfeiertage und was bedeuten diese?

Das Osterfest gilt als das erste unter den christlichen Festen und wird hochfeierlich begangen.
Es beginnt mit der Auferstehung Jesu Christi am Ostersonntag und endet am Pfingstsonntag, dauert also 50 Tage lang.
Die 40-tägige Vorbereitung auf dieses große Fest beginnt am Aschermittwoch.

Aschermittwoch
Der Aschermittwoch beendet die Fastnachtzeit, in der ausgelassen gefeiert wurde. Die Fastnacht oder auch Fasching oder Karneval genannt, (lat. “carne vale” = “Fleisch, lebe wohl”) ist der Vorabend vom Aschermittwoch. Aschermittwoch ist der erste Tag der 40 tägigen Vorbereitungszeit auf das Fest der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Diese Zeit wird Fastenzeit oder im kirchlichen Passionszeit genannt. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag.
Karwoche
Die letzte Woche vor Ostersonntag wird Karwoche genannt. Sie ist die Kernzeit der österlichen Passionszeit und für Christen die wichtigste Woche des Kirchenjahres. Das Wort Kar stammt vom althochdeutschen Wort “chara” oder “kara” und bedeutet Kummer, Trauer, sich sorgen, klagen.


Feiertage in der Karwoche


Palmsonntag
Der erste Tag der Karwoche ist der Palmsonntag. Dieser Tag ist dem feierlichem Einzug Jesu Christis in Jerusalem gewidmet, bei dem die Volksmenge Palmwedel auf die Straße legte. In der katholischen Kirche werden am Palmsonntag Palmwedel oder Buchsbaumzweige für die Christen gesegnet.

Gründonnerstag
Am Vorabend seines Todestages hat Jesus Christus noch einmal mit seinen Jüngern zu Abend gegessen. Diesen Donnerstag nennen wir Gründonnerstag. Warum dieser Tag diesen Namen trägt, ist bis heute nicht bekannt. Möglicherweise geht der Name Gründonnerstag auf das mittelhochdeutsche Wort "greinen" (wehklagen) zurück.
 
Karfreitag
Karfreitag ist der Todestag, die Kreuzigung, von Jesus Christus. Zu Ehren dieses Feiertages werden viele verschiedene Brauchtümer gepflegt. Für die evangelischen Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag im Jahr. In der katholischen Kirche findet am Karfreitag keine Messe statt, es wird nur ein einfacher Wortgottesdienst gehalten.

Karsamstag
Am Karsamstag endet die Fastenzeit (Passionszeit). Mit der Osternachtfeier, welche bei Einbruch der Dunkelheit stattfindet, erreicht die heilige Woche (Karwoche) ihren Höhepunkt. Zu dieser Feier werden im Freien ein Feuer und Osterkerzen entzündet. Die Osterkerzen stehen sinnbildlich für den auferstandenen Jesus Christus. Die Osternacht am Karsamstag ist die Nacht, an der das Kreuz, das Leiden und der Tod überwunden ist. Mit der Osternachtfeier beginnt die Osterzeit, die 7 Wochen bis Pfingsten andauert. In dieser Zeit brennen in jedem Gottesdienst die Osterkerzen.

Ostersonntag
Der Ostersonntag ist ein sehr bedeutsamer Tag der gesamten Osterfeiertage, denn an diesem Tag freut sich die christliche Gemeinde über die Auferstehung von Jesu Christi. Damit wird der Hoffnungslosigkeit wieder ein Ziel gegeben, die dem Menschen durch die Auferstehung wieder Hoffnung gibt.

Ostermontag
Der Ostermontag ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. In der katholischen Kirche steht der Ostermontag als zweiter Feiertag ganz im Zeichen des Osterfestes. Das Osterfest ist heute ein Fest der Familie und der Kirche. In der Familie trifft man sich mit der Verwandtschaft, um dieses Fest zu feiern. Die Kinder tragen Ostergedichte vor und suchen die Ostereier.